11.
und 18. November 2025
Autorenlesungen von Ludwig Pritscher und
Karoline Eisenschenk
(von
Helene Strasser)
Ein echtes Heimspiel hatte der frühere
Studentenseelsorger, Ausbildungsleiter, Berufsschullehrer, Pastoralassistent und
mittlerweile sehr bekannte Buchautor Ludwig Pritscher bei seiner Autorenlesung
für 60+ im voll besetzten Pfarrheim in Sallach. Sein Heimatdorf Sallach, in dem
er mit zwei Schwestern aufgewachsen war, bezeichnete er als schönstes in
Niederbayern. Bewusst hatte er für das 60+ Treffen sein Buch 60+ gewählt und er
zog mit seinem unterhaltsamen, abwechslungsreichen und mit vielen persönlichen
Geschichten gespicktem Vortrag die Zuhörer von Anfang an in seinen Bann. Obwohl
er den größten Teil seiner Jugend in Sallach verbrachte und auch seine Frau
hier aufwuchs, hat seine Familie mit drei inzwischen erwachsenen Kindern und
vier Enkelkindern in Haglstadt seit fast 40 Jahren ihren Lebensmittelpunkt. In
den von ihm ausgewählten Passagen aus dem Büchlein „60 +“ ließ er immer wieder
Kindheits- und Jugenderlebnisse aus Besuchen bei seiner „Hamberger Oma“
einfließen. So war sie es auch, die ihn in gewisser Weise zum Schreiben genau
dieses Buches in Erinnerung an so manchen Geburtstagsbesuch bei ihr animierte.
Aus Dank dafür habe er ihr auch das Buch gewidmet. Der 17. März 2020 war zwar
sein 60. Geburtstag, aber auch der erste Tag des totalen Lockdowns, was auch ein
Grund war, dass es keine große Geburtstagsfeier gab. Jedenfalls war es für ihn
Zeit zu sinieren, wobei er schließlich auf einen Spruch gestoßen sei, der wie
ein Wunder, wie eine himmlische Offenbarung auf ihn wirkte: „Mit 60 hast du
überwunden, was dich als Junger Mensch geschunden.“ Er habe darin die Freiheit
erkannt, nicht mehr allen Erwartungen entsprechen zu müssen, die Erfahrung, noch
immer Neues entdecken zu dürfen, und das Geschenk, das Wunder des Lebens erst so
richtig schätzen zu lernen. Wenn das Älterwerden auch so manche Einschränkungen
mit sich bringt, so kann ein neuer Weg nach innen doch ungeahnte Einsichten
schenken und diesen Lebensabschnitt zu einer spannenden Entdeckungsreise werden
lassen. Seither empfinde er jeden Geburtstag als guten Grund, dem Schöpfer dafür
zu danken. Dabei verriet Ludwig Pritscher aber auch, dass seither auf seinem
Schreibtisch das Sterbebild seines im 2. Weltkrieg gefallenen Onkels Peter
Pritscher, der nur 18-einhalb Jahre alt werden durfte, stehe und ihm ein
wertvoller Therapeut geworden sei, wenn er mit seinem Leben hadere. Das
Einblenden passender Liedausschnitte nutzte er, um zu neuen Textabschnitten aus
seinem Buch überzuleiten. Dabei entstand eine wohltuendes und harmonisches
Gefühl der Übereinstimmung zwischen Autor und Zuhörern, wo jeder zu eigenen
Erinnerungen angeregt wurde. Der Autor klammerte hierbei auch seine persönliche
Einstellung zu Glauben, Religion und Umgang mit dem Tod nicht aus.
Langanhaltender Beifall der Zuhörer, mit dem sie ihre Begeisterung und
Dankbarkeit für einen in jeder Hinsicht unterhaltsamen Nachmittag zum Ausdruck
brachten, belohnte ihn am Schluss für seine fast einstündige Lesung.
60+-Leitirin Anne Strasser hatte mit ihren Helferinnen durch das Anbieten von
Kaffee und Kuchen für das angenehme Ambiente drum herum gesorgt.

Mit einem Geschenk zum Genießen dankte Anne Strasser Ludwig
Pritscher für die wunderbare Autorenlesung
Dass
der neue Regionalkrimi „Wolfsfährte“ mit Spannung erwartet wurde, zeigte das
große Interesse für die Autorenlesung, bei der die Sallacher Krimiautorin
Karoline Eisenschenk diesen vorstellte. Eng wurde es dabei im Pfarrheim, denn
Ortsbäuerin Bettina Rothmayr konnte mit dieser Veranstaltung am Dienstagabend
nicht nur Interessierte aus Sallach, sondern auch aus Geiselhöring und Umgebung
anlocken. Weil sich bei diesem „Heimspiel“ eine Vorstellung ihrer Person
erübrigte, stieg die Autorin gleich in die Vorgeschichte zur Entstehung ihres
neuen Buches mit dem Titel „Wolfsfährte“ ein und las dann abschnittweise daraus
vor. Dazwischen erzählte sie über Anforderungen und Arbeitsweisen, die der
Entstehung ihrer Bücher zugrunde liegen. Da sie selbst Genussleserin ist und
über rege Phantasie verfügt, stehen am Anfang ihrer Krimis immer Motiv, Täter
und Opfer fest. Die spannende und misteriöse Rahmenhandlung entwickelt sich dann
nach und nach, wobei aber ein geeignetes, vor allem auch nachvollziehbares
Milieu unerlässlich ist. Während einige Protagonisten in jedem ihrer
Regionalkrimis vorkommen, entwickeln sich natürlich immer auch neue dazu. Simple
Kommentare, unerwartete Begegnungen oder autobiographische Züge finden darin
oftmals eine Widerspiegelung. Während jedes ihrer Bücher als abgeschlossener
Kriminalfall zu lesen ist, sind bestimmte Personen und Orte in jedem der fünf
bisher entstandenen Krimis als fester Bestandteil dabei. So ermittelt diesmal
Gregor Cornelius in der Stadt Altenberg, wo ein Wolf im nahe gelegenen Forst für
Unruhe sorgt und abgeschossen werden soll. Die neue Bürgermeisterin, die sich
für den Artenschutz einsetzt, wird deswegen mit Hass, Hetze und Drohungen
konfrontiert. Eines Morgens wird sie tot in ihrem Haus aufgefunden. Die
Landshuter Mordkommission stößt auf ein Netz aus Intrigen und Geheimnissen,
während Privatermittler Cornelius einen Verdacht hegt...
Neben der Lesung einzelner spannender Buchausschnitte erzählte Karoline
Eisenschenk von den Handlungssträngen, die in jedem Buch am Ende
zusammengeführt werden müssen und von den Herausforderungen, die jeder
Neuerscheinung in Bezug auf Präzision, Geduld und Zeit zugrunde liegen. Die
Frage nach weiteren Plänen beantwortete die Autorin damit, dass es als nächstes
wohl wieder ein Canterbury-Krimi werden wird, der dann unter dem Pseudonym
Katlin Edwards erscheinen wird.

Mit einem guten Rotwein für entspannte Stunden dankte Ortsbäuerin
Bettina Rothmayr (rechts) der beliebten Krimiautorin Karoline Eisenschenk.
24.
Oktober
2024
Ein Kleinod in malerischer Umgebung
(von Otto Strasser)
Jedem aufmerksamen Wanderer oder auch Radfahrer,
der auf der Gemeindeverbindungsstraße von Greißing nach Sallach unterwegs war,
ist bestimmt schon das Kunstwerk schmiedeeiserner Handwerksarbeit aufgefallen.
Josef Daffner aus Sallach hat es vor mehr als 20 Jahren am Abfluss des
Huberwassers erstellt und sich seither immer gekümmert, dass es sich in einem
würdigen Zustand befindet. Außerdem hat er sich immer wieder neue Verbesserungen
einfallen lassen, wie er sein Werk verschönern kann. Die Ruhebank daneben lädt
den müden Wanderer zu einer erholsamen Ruhepause inmitten herrlicher Natur ein.

30. April
2024
Maibaum als Zeichen der Gemeinschaft
(von Otto Strasser)
In Sallach gilt der Grundsatz: Beim
Maibaumaufstellen helfen Dorfvereine und Handwerksbetriebe zusammen. Deshalb
sind sie auch alle mit ihren Vereins- oder Zunftemblemen wieder am neuen
Maibaum vertreten. In diesem Jahr wurde die 28 Meter lange Fichte von Klaus
Koch gespendet . Beim Fällen gelang es den alt gedienten Spezialisten dieses
Mal sogar, dass der Gipfel beim Niederfallen nicht abbrach oder beschädigt
wurde. So ersparte man sich eine Menge Arbeit. Im Hof des Schlossbauern wurde er
dann sorgfältig entrindet und und mit der eisernen Krone und den Zunft- und
Vereinsemblemen versehen. Der mit grünen Kränzen und t seinem besonders
herrlichen Gipfelschmuck ausgestattete Baum wurde am Dienstagabend, dem Vortag
des 1.Mai, vom Schlosshof aus mit zünftiger Marschmusik der „Grenzjaga“ von
zahlreichen Helfern aus der Dorfjugend zum Standplatz beim Gasthaus Hagn
geschoben. Dort waren schon die langen Scheren und Korngabeln bereit gelegt, mit
denen der schöne Baum aufgerichtet werden musste. Laute Kommandorufe von
Johannes Eichinger, umsichtig unterstützt vom früheren 2. Kommandanten Georg
Altmann und dem Vorsitzenden der FFW Sallach Otto Hien jun. sowie dem jetzigen
1. Kommandanten Martin Quegwer, der sich hauptsächlich um die Sicherheit der
Zuschauer kümmerte, organisierten das Anschieben der vielen Helfer an den
Scheren. Als der Baum kerzengerade stand und fest in seinem Fundament
verschraubt war, erklang die Bayernhymne der Blaskapelle. Jetzt kam natürlich
die Stunde der Dorfjugend, denn Knackwürste und Brezen warteten in luftiger Höhe
auf wagemutige Kraxler, die dieses Jahr zum ersten Mal mit dem Klettergurt
gesichert wurden. Leider aber hingen sie für manche wirklich zu hoch und so
mancher Bub oder auch Mädchen musste klein beigeben und rutschte wieder in die
sich ihm entgegenstreckenden Arme eines Helfers. Nach dem Aufstellen traf man
sich im Gasthaus Hagn zur zünftigen Maifeier, wobei der 1. Vorsitzende der FFW,
Christian Strasser, den Cheforganisatoren Georg Altmann und Johannes Eichinger
mit ihren vielen Helfern und dem großzügigen Spender des Baumes , Klaus Koch,
herzlich dankte. Nun waren die Granzjaga an der Reihe mit zünftiger Blasmusik
die Maifeier zu umrahmen.

22. Februar
2024
Neuer Jagdvorsteher
(von Otto Strasser)
Am Donnerstagabend fand die diesjährige
Jagdversammlung mit turnusmäßiger Neuwahl der Vorstandschaft im Gasthaus Hagn
statt. Nach 32-jähriger Amtszeit gab der bisherige Jagdvorsteher Georg Rothmayr
sein Amt an seinen Schwiegersohn Marco Rothmayr ab. Diese Entscheidung wurde in
harmonischer Geschlossenheit von allen 23 anwesenden Jagdgenossen mit einer
Hektarzahl von 483 schriftlich und in geheimer Wahl abgesegnet. Zu seinem
Stellvertreter wurde Xaver Wallner einstimmig wiedergewählt. Das Amt des
Kassenführers bleibt in den Händen von Karl Wild jun. Hildegard Knott wurde neu
zur Schriftführerin gewählt. Karl Wild und Georg Altmann wurden als Beisitzer
ebenfalls einstimmig gewählt.
Nach der Begrüßung der erschienenen Jagdgenossen durch Jagdvorsteher Georg
Rothmayr gaben 3. Bürgermeister Hans Bauer stellvertretend für die Jagdpächter
des Revier I und Hans Kerscher für das Revier II jeweils einen knappen Abriss
über das zurückliegende Jagdjahr. Pflichtgemäß wurde der vorgeschriebene
Rehabschuss in beiden Revieren erfüllt. Bei den Wildschweinen war nach ihren
Worten eindeutig festzustellen, dass diese ehe in Richtung Greißing unterwegs
sind. Insgesamt konnten acht Schwarzkittel erlegt werden. Die
Witterungsverhältnisse im Dezember mit überraschend viel Schnee und
nachfolgender Nässe verhinderte die Abhaltung einer größeren Treibjagd. Auch im
Revier II wurde der Rehabschuss erfüllt, wobei sich aber die 10 erlegten Füchse
hoffentlich positiv für das Niederwild auswirken werden. Leider konnte hier
nur ein Wildschwein erlegt werden. In beiden Revieren wurden über den
Landschaftspflegeverband Wildäcker mit geeigneter Samenmischung für die
Rebhühner und zusätzlich Durchlauffallen für Marder aufgestellt.
In seinem Tätigkeitsbericht ging Jagdvorsteher Georg Rothmayr zuerst auf den
Zustand der Feldwege ein. Um gut befahrbare Feldweg zu haben, wurden 2023 317 t
Schotter ausgebracht. Hier galt sein Dank der Stadt Geiselhöring für den
gewährten Zuschuss. Seiner Meinung nach werden in diesem Jahr wegen der nassen
Witterung und der verstärkten Holzabfuhr die Waldwege viel stärker in Anspruch
genommen. Sie können aber erst ausgebessert werden, wenn es trockener wird. Die
beiden Holzspalter werden durchwegs in ihrer Funktionsweise gelobt. Leider wurde
vor kurzem der Liegendspalter bei der Brandkatastrophe stark beschädigt, wobei
der genaue Schaden aber erst durch einen Gutachter ermittelt werden müsse. Ein
weiterer Dank galt der Stadt für das Schneiden der Hecken entlang der Feldwege.
Am Mulchgerät mussten die Messer und der Zapfwellenschutz erneuert werden. Hier
galt sein Dank Xaver Wallner und Sebastian Rothmayr, bei denen die
Gemeinschaftsgeräte untergestellt sind .
Nun folgte der Kassenbericht von Kassier Karl Wild, dem eine von den
Kassenprüfern Georg Altmann und Josef Kutzi eine fehlerfreie Kassenführung
bescheinigt wurde. So konnte die Vorstandschaft von den anwesenden Jagdgenossen
einstimmig entlastet werden.
3. Bürgermeister Hans Bauer und Stefan Strasser oblag nun die Aufgabe, die
Neuwahlen durchzuführen. Nachdem sich Georg Rothmayr nach 32-hähriger Amtszeit
nicht mehr als Jagdvorsteher zur Verfügung stellte, wurde der bisherige
Schriftführer Marco Rothmayr als neuer Jagdvorsteher vorgeschlagen und in
schriftlicher Wahl einstimmig mit 384 ha gewählt. 3. Bürgermeister Hans Bauer
nutzte die Gelegenheit Georg Rothmayr für seine Arbeit in den zurückliegenden 32
Jahren als Jagdvorsteher mit herzlichen Worten zu danken. Xaver Wallner wurde
ebenso einstimmig zum stellvertretenden Jagdvorsteher wiedergewählt. Das Amt des
Kassiers bleibt in den Händen von Karl Wild jun. Auch er erhielt das einstimmige
Votum der Jagdgenossen. Gleiches ist über die Wahl der Schriftführerin zu
berichten. Hildegard Knott erhielt dafür alle Stimmen. Für das Amt der Beisitzer
wurden Georg Altmann und Karl Wild vorgeschlagen und ebenfalls einstimmig
gewählt. Josef Kutzi und Hans Kerscher wurden per Akklamation zu Kassenprüfern
bestimmt.
Im Namen der Vorstandschaft würdigte Xaver Wallner jun. die
verantwortungsbewusste Arbeit von Georg Rothmayr während seiner 32-jährigen
Amtszeit. 1992 wurde er Nachfolger von Ludwig Pritscher , wobei er die ersten
beiden Jahre sogar noch die Aufgaben des Kassiers und des Schriftführers
mitmachte, obwohl in den ersten Jahren die Jagdverpachtungen alles andere als
leicht zu handeln waren. Während seiner Amtszeit wurden eine Reihe von
Gemeinschaftsmaschinen angeschafft, so dass die Jagdgenbossenschaft Sallach
diesbezüglich hervorragend ausgestattet ist. Ebenso lag ihm von Anfang an der
Zustand der Feldwege am Herzen, wobei er oftmals dafür auch seine eigenen
Fahrzeuge einsetzte. Für diese von allen anerkannte Leistung überreichte er
Georg Rothmayr einen Geschenkkorb. Sichtlich gerührt bedankte sich der Geehrte
und erzählte über so manche Begebenheit aus seiner Amtszeit, wobei er sich vor
allem bei der Vorstandschaft für die langjährige gute Zusammenarbeit bedankte.
Als erste Handlung in seinem neuen Amt ließ Marco Rothmayr über die Verwendung
des Jagdpachtschillings schriftlich abstimmen. Alle 23 Jagdgenossen stimmten zu,
dass das Geld in der Jagdkasse verbleiben solle. Im Punkt Wünsche und Anträge
ging es vor allem um die Ausbesserung der enormen Schäden an den Feldwegen im
Zuge der Kabelverlegung für eine Photovoltaikanlage. 3. Bürgermeister Hans Bauer
versprach, dass die Ausbesserung von der Stadt kontrolliert werde. Eine weitere
Wortmeldung bezog sich auf den schlechten Zustand der Betonstraße in Richtung
Haader. Der neue Jagdvorsteher informierte dazu, dass bereits ein Antrag an die
Stadt gestellt wurde. Schließlich waren alle von den Jägern des Reviers I zu
einem gemeinsamen Essen eingeladen.

v.
l.: Xaver Wallner jun., Hildegard Knott, Karl Wild, Georg Rothmayr, Georg
Altmann, Marco Rothmayr
25. März
2023
Gefühl bekommen für die Umwelt
(von Otto Strasser)
44 Mitglieder der
Sallacher Vereine - die Fischerfreunde, eine große Kindergruppe vom OGV, der
SV und die BGZ - haben sich am 25.3.23 an der Aufräumaktion “Sauber macht lustig”
beteiligt. Aufgeräumt wurde entlang des Dorfbaches, entlang des Labertalradweges
und der Umgehungsstraße , am Parkplatz der Staatsstraße und am Bahnhofsgeände.
Pünktlich um 8:45 Uhr versammelten sich alle Teilnehmer am Kirchplatz. Hier
erfolgte vor Beginn der Aktion unter Federführung von Stadtrat und
Umweltreferent Franz Winter die Einweisung in die Sicherheitsvorschriften. Dann
zogen die einzelnen Gruppen los, um ihre zugeteilten Gebiete zu durchkämmen und
vom Unrat zu befreien. Um 11 Uhr traf man sich wieder am Kirchplatz und alle
staunten, was da alles angeschleppt wurde: eine Menge Plastik, Papier, Kartons,
Flaschen, Dosen und eine Flasche Grillanzünder . Insgesamt wurden zehn Säcke
voll Müll gesammelt. Vor allem am Parkplatz an der Staatsstraße konnte man sehen,
wie gedankenlos manche Menschen die Natur als Müllhalde missbrauchen. Franz
Winter zeigte sich erfreut, dass sich so viele Kinder mit ihren Eltern an der
Sammelaktion beteiligten. So wird diesen schon früh bewusst, wie die Umwelt
verschmutzt wird. Vielleicht hilft es sogar, dass sie selber nichts mehr
wegwerfen oder andere darauf hinweisen.

Am Dorfbach

Am Bahnhof
13.
Juni
2022
Generationswechsel in BBV-Führung
(von Otto Strasser)
Zu einer gemeinsamen
Versammlung mit Neuwahlen der BBV-Ortsverbände Sallach und Geiselhöring/Greißing,
konnte Ortsobmann Georg Rothmayr am Montagabend BBV-Mitglieder mit Angehörigen
der beiden Ortsverbände im Gasthaus Hagn begrüßen. Sein besonderer Gruß galt dem
als Referent und Wahlleiter gekommenen stellvertretenden Kreisvorsitzenden Franz
Lehner. Einen gerafften Rückblick auf die 25 Jahre ihrer Amtszeit gab zu Beginn
die nun scheidende Ortsbäuerin Veronika Rothmayr. Als sie damals ihr Amt von
ihrer Vorgängerin Hildegard Wild übernommen hatte, waren noch Bastelabende,
Ausflüge, Betriebsbesichtigungen und Vorträge sehr gefragt, wovon sie eine ganze
Reihe aufzählen konnte. Daneben blickte sie auf die von den Landfrauen unter
ihrer Führung zubereiteten und sehr gut gelungenen Salat- und Kuchenbüfetts für
große Sportvereinsfeiern und für die Sallacher 1000-Jahrfeier im Jahr 2010
zurück und erwähnte, das man sich auch immer auf dem Landfrauenstand in der
Ostbayernschau mit eingebracht habe. Da sich Interessen und Bedürfnisse im
Wandel der Zeit sehr geändert haben, bestimmten in den fünf Jahren seit der
letzten Neuwahl die sehr gefragten „Trittsicher-Kurse“ und die
Wassergymnastik-Nachmittage mit der Physiotherapeutin Sabine Thanner den
Hauptteil der Jahresprogramme. Aber auch Radtouren mit Einkehr, ein Besuch des
Salzsalariums, eine Gartenbesichtigung und verschiedene Gesundheitsvorträge
gehörten dazu. Zum festen Bestandteil jedes Jahresprogramms gehörte das seit
Jahrzehnten von den Landfrauen organisierte Kräuterbüschelbinden zu Mariä
Himmelfahrt. Die von den zahlreich mithelfenden Frauen gebundenen Büscherl
wurden immer gut angenommen und erbrachten jährlich einen guten Erlös, der
jeweils von ihr aufgerundet und für wohltätige Zwecke gespendet wurde.
Abschließend dankte die scheidende Ortsbäuerin für die vielseitige gute
Unterstützung. Ihr besonderer Dank, den sie mit der Überreichung eines
Geschenkkuverts hervorhob, galt ihrer Stellvertreterin Cilli Artmann. „Du hast
dieses Amt vor 20 Jahren von Rosemarie Wallner übernommen und auf deine
tatkräftige Unterstützung konnte ich immer zählen“ lobte Vroni Rothmayr.
BBV-Obmann Georg Rothmayr verzichtete auf einen eigenen Rückblick, da der
Ortsverband seine Jahresarbeit immer in Verbindung mit der Jagdgenossenschaft
leistet. Auch er stellte sein Amt für die Neuwahl zur Verfügung.
Im daran anschließenden Vortrag ging Franz Lehner auf die vordringlichsten
Brennpunkte der Landwirtschaft ein. Seit Ausbruch des unseligen Krieges in der
Ukraine und der Angst vor Hungersnöten stehe die Frage: „Können wir uns selbst
ernähren?“ vielfach im Raum, so der Referent, der dazu die Gegebenheiten anhand
von statistischen Bildern veranschaulichte. Die Bezeichnung der Ukraine als die
Kornkammer Europas erklärte Lehner damit, dass die Ukraine rund halb so viele
Einwohner wie Deutschland, jedoch eine fast dreimal so große landwirtschaftliche
Nutzfläche hat. Rußland bombardiere seit Beginn seines Angriffskrieges nicht nur
Städte und Dörfer und töte unzählige Menschen, sondern setze als Waffe auch den
Kampf um die Ernährung ein. Die besten Böden der Ukraine seien nämlich im sehr
stark umkämpften Osten und Südosten des Landes. Durch die Verhinderung von
Getreide- und Sonnenblumenlieferung in den Welthandel, drohe jetzt Hungersnot in
Afrika, Ägypten und der Türkei. Humanitäre Hilfe sei da unerlässlich, um neue
zusätzliche Flüchtlingsströme zu verhindern. Um Versorgungssicherheit zu
erreichen, seien Kurskorrekturen auch in unserer Landwirtschaftspolitik
erforderlich, forderte der Agrarfachmann. Der BBV kämpfe dafür, dass die
Ernährungssicherung genauso wie der Klimaschutz als Staatsziel ins Grundgesetz
aufgenommen werde. Genauso wehre er sich gegen eine vierprozentige
Zwangsflächenstilllegung, die Lehner als eine staatlich verordnete
Unkrautvermehrung bezeichnete. In der Ermöglichung des Anbaus von Eiweißpflanzen
und Ölsaaten sehe er die Sicherung der Eiweißfutterversorgung und eine
bedarfsorientierte, praxisnahe Düngeverordnung helfe Landwirten und verbessere
die Akzeptanz bei den Verbrauchern. Die Landwirtschaft brauche auch neue,
langfristige Rahmenbedingungen für Biogas, Biokraftstoffe und Holz, um
unabhängiger von Energieimporten zu werden, so der Referent.

v.li.: Marco und Bettina Rothmayr, Georg Altmann, Cilli Artmann,
Franz Lehner, Vroni und Georg Rothmayr
17. April
2022
Reinigung Brandkreuz
(von Otto Strasser)
Im Jahr 2000 wurde auf Initiative des heutigen
Ehrenvorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins, Theo Speiseder, das 1965 bei
einem Verkehrsunfall zerstörte Brandkreuz am östlichen Dorfeingang von Sallach
neu errichtet. Es erinnert an den durch Funkenflug der Eisenbahn verursachten
Großbrand, bei dem 1874 das ganze obere Dorf fast vollständig abbrannte, während
das untere Dorf verschont geblieben war. Die Blumenanlage vor dem Kreuz, das
Granitkreuz und der Platz drum herum wird seit vielen Jahren von Helene und Otto
Strasser unentgeltlich gepflegt und sauber gehalten. Trotzdem blieb es nicht
aus, dass das Brandkreuz im Laufe der Jahre durch Moosanhaftung und
Schmutzablagerungen immer unansehnlicher geworden ist. Deshalb wandte sich das
daneben wohnende Ehepaar Strasser im Anliegen um eine Verbesserung dieses
Zustandes an OGV-Vorsitzende Waltraud Korber. In der letzten Ausschusssitzung
des OGV, bei der auch die Reinigung des Gedenksteins zur 1000-Jahrfeier am
Kirchplatz mit dem Steinmetz Alfred Kainz aus Mallersdorf-Pfaffenberg besprochen
wurde, erklärten sich die Ausschussmitglieder Alois Janker (Mitte) und Hans
Piendl (rechts) bereit, in einem gemeinsamen Arbeitseinsatz, das Brandkreuz
einer gründlichen Reinigung mit einem leistungsstarken Hochdruckreiniger zu
unterziehen. Am vergangenen Dienstag starteten diese gemeinsam mit Otto Strasser
(links) die Reinigungsaktion, bei der sowohl die gesamte Oberfläche der
Kreuzsäule wie auch der Sockel und das umgebende Granitpflaster vom Moos,
Schmutzanhaftungen und Überwucherungen gereinigt wurde. Alle drei freuten sich
am Ende ihres Arbeitseinsatzes darüber, dass das der Stein jetzt wieder wie neu
errichtet da steht, da er sich viel heller und freundlicher zeigt. Damit er
möglichst lange so bleibt, soll er zusätzlich durch ein Pflegemittel
fachmännisch versiegelt werden.

30. April
2022
Endlich wieder ein neuer Maibaum
(von Otto Strasser)
Vor vier Jahren wurde der letzte Maibaum an seinem
angestammten Platz im oberen Dorf vor der Gastwirtschaft Hagn aufgestellt.
Endlich war es wieder so weit, dass unter der Federführung der Feuerwehr dieser
alte Brauch in die Tat umgesetzt werden konnte. Als sichtbarer Beweis
funktionierender Dorfgemeinschaft erwies sich wiederum, dass das Aufstellen des
schön geschmückten Maibaums am Vorabend des 1. Mai schon immer ein großes
gesellschaftliches Ereignis im Dorfleben war. Pünktlich um 17.30 Uhr wurde der
30 m lange Baum vom Hof des Schlossbauern Weinzierl, mit zünftiger Marschmusik
der „Hirschlinger Musikanten“ von zahlreichen Helfern aus allen örtlichen
Vereinen zum Aufstellungsplatz beim Gasthaus Hagn geschoben. Er war dieses Jahr
vom Hofbesitzer vom Weingarten, Andreas Artmann, gespendet worden. Unter der
Regie des ehemaligen 2. Kommandanten der FFW, Georg Altmann, war er vor wenigen
Tagen mit einigen Helfern aus dem Wald geholt, dann entrindet und mit Girlanden
und einer prächtigen Krone geschmückt worden. Um vor unliebsamen Überraschungen
gefeit zu sein, wurde er natürlich von wachsamen Wächtern in den letzten
Nächten sorgsam bewacht. Angeleitet von lauten Kommandorufen von Johannes
Eichinger, seines Zeichens zweiter Kommandant der FFW, hatten es die vielen
Helfer aus allen örtlichen Vereinen innerhalb einer Stunde geschafft, den
stattlichen Baum mit den Scheren in die Senkrechte zu bringen. Vor vielen
Zuschauern und immer wieder untermalt von passenden Melodien der Blaskapelle mit
Kapellmeister Alfons Weinzierl jun. ging das Aufstellen reibungslos vonstatten,
wobei die Auswirkungen der Kommandorufe stets einer genauen Prüfung durch den
Chef Georg Altmann unterzogen wurden. Schließlich war der Baum kerzengerade
ausgerichtet und sicher verankert. Jetzt kam endlich die Stunde der Dorfjugend,
denn Knackwürste und Brezen warteten in luftiger Höhe auf wagemutige Kraxler.
Leider aber hingen sie für manche wirklich zu hoch und so mancher Bub oder auch
Mädchen musste aufgeben. Einzig die Schwestern Eva und Lena Winter, vor allem
aber Pauline Knott schafften es, die Knackwürste und Brezen vom Baum zu holen.
Neben den Girlanden und Kränzen unter der herrlichen Krone zieren die
Wappentaferl der örtlichen Vereine und die Zunftzeichen mancher Betriebe den
Baum. Nach dem Aufstellen traf man sich im Gasthaus Hagn zur zünftigen Maifeier,
die von den Hirschlinger Musikanten mit ihrem Kapellmeister Alfons Weinzierl
jun. in gewohnter Manier musikalisch umrahmt wurde. Feuerwehr-Vorsitzender
Christian Strasser dankte in einer kurzen Ansprach dem Hauptakteur der
Maibaumaktion, Georg Altmann, für seinen vorbildlichen Einsatz zur Erhaltung
dieses bayerischen Brauchtums, genau so aber auch den zahlreichen Helfern aus
allen örtlichen Vereinen für ihre tatkräftige Mithilfe.

September
2020
Zeugnis niederbayerischer
Kleinbauernhäuser verschwunden.
(von Helene Strasser)
Eines der drei Zeugnisse kleinbäuerlichen
Baukultur ist aus dem Dorfbild von Sallach verschwunden: Das ehemalige Rohrmeier
Haus, trotzte zwar dem vernichtenden Großbrand am 11. und 12. April 1874, hatte
aber gegen die massive Urgewalt des Baggers am vergangenen Samstag keine Chance.
Damit ist ein über 200 Jahre altes Zeitzeugnis aus dem Ortsbild von Sallach
verschwunden. Aus der Reindl-Chronik ist zu erfahren, dass das 1/8 Gütl - im
Erbrecht zur Probstei gehörend - bereits 1786 von dem aus Eitting stammenden
Andreas Berger erbaut wurde. Von ihm wurde es 1834 dann verkauft an Jakob Lermer
aus Riekofen, dessen Sohn es 35 Jahre später wiederum an Georg Labermeier
verkaufte. 1884 ging es in den Besitz von Jakob Rohrmeier aus Sallach über, der
nicht nur die kleine Landwirtschaft mit 13 Tagwerk bewirtschaftete, sondern auch
mit der Milch von vier Kühen, dem Fleisch von drei Schafen, vier Schweinen und
allerlei Geflügel und dem Honig von mehreren Bienenvölkern seine Familie
ernährte. Er vererbte das Anwesen 1919 seinem Sohn Ludwig Rohrmeier, der
schwerverwundet aus dem ersten Weltkrieg zurückgekehrt war, den Beruf des
Schuhmachers erlernte und dann als Schuhmachermeister ein Zubrot verdiente. Von
ihm dürfte auch die prächtig gewachsene Linde in der Gartenmitte gepflanzt
worden sein. Das von ihm benutzte Werkzeug war in einer kleinen Kammer lange
Jahre erhalten worden. Seine Handwerkskunst wurde von den Dorfbewohnern gerne in
Anspruch genommen. Die Außenwände des Hauses waren vollkommen aus Holzbalken
errichtet, die mit Schilfmatten und Kalkmörtel verputzt waren. Wahrscheinlich
war der langgestreckte Dachstuhl, der sich über Wohnhaus, Stall und Scheune
erstreckte ursprünglich mit Stroh gedeckt. Später bekam er Dachziegel, die aus
der ehemaligen Ziegelei in Greißing stammten, wie es der Stempeleindruck mit der
Jahreszahl 1909 beweist. Typisch für jedes niederbayerische Kleinbauerhaus waren
die auffallend kleinen Fensteröffnungen, die niedere Zimmerhöhe in beiden
Stockwerken, der lange, hölzerne Balkon auf der Hofseite und die grünen
Holzläden an allen Fenstern. Als 1987 Maria Rohrmeier als letzte Bewohnerin
verstarb, ging es in den Besitz der Eheleute Josef und Franziska Schuller,
später an deren Sohn Erwin über. Es wurde aber seither nicht mehr bewohnt. So
dämmerte das ehemalige Bauernhaus als echtes Beispiel niederbayerischer,
kleinbäuerlicher Bauernhäuser mehr als drei Jahrzehnte dahin. Dank seiner
soliden Holzbalkenbauweise trotzte es in diesen drei Jahrzehnten so manchen
Stürmen, ehe der letzte Gewittersturm im vergangenen Juli das Dachgeschoss so
schwer beschädigte, dass es zu einer Gefahr wurde. Damit war sein Schicksal
besiegelt und der Abbruchbagger verrichtete sein Werk. Das Dorf Sallach aber
verlor eines der ältesten Baudenkmäler aus seiner bäuerlichen Vergangenheit.

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