Sallach an der Kleinen Laber

 

 

 

 

  Aktuelles


 

11. und 18. November 2025
Autorenlesungen von Ludwig Pritscher und Karoline Eisenschenk
(von Helene Strasser)

Ein echtes Heimspiel hatte der frühere Studentenseelsorger, Ausbildungsleiter, Berufsschullehrer, Pastoralassistent und mittlerweile sehr bekannte Buchautor Ludwig Pritscher bei seiner Autorenlesung für 60+ im voll besetzten Pfarrheim in Sallach. Sein Heimatdorf Sallach, in dem er mit zwei Schwestern aufgewachsen war, bezeichnete er als schönstes in Niederbayern. Bewusst hatte er für das 60+ Treffen sein Buch  60+ gewählt und er zog mit seinem unterhaltsamen, abwechslungsreichen und mit vielen persönlichen Geschichten gespicktem Vortrag die Zuhörer von Anfang an in seinen Bann. Obwohl er den größten Teil seiner Jugend in Sallach verbrachte und  auch seine Frau hier aufwuchs, hat seine Familie mit drei inzwischen erwachsenen Kindern und vier Enkelkindern in Haglstadt seit fast 40 Jahren ihren Lebensmittelpunkt. In den von ihm ausgewählten Passagen aus dem Büchlein „60 +“  ließ er immer wieder Kindheits- und Jugenderlebnisse aus Besuchen bei seiner „Hamberger Oma“ einfließen. So war sie es auch, die ihn in gewisser Weise zum Schreiben genau dieses Buches in Erinnerung an so manchen  Geburtstagsbesuch bei ihr animierte. Aus Dank dafür habe er ihr auch das Buch gewidmet. Der 17. März 2020 war zwar sein 60. Geburtstag, aber auch der erste Tag des totalen Lockdowns, was auch ein Grund war, dass es keine große Geburtstagsfeier gab. Jedenfalls war es für ihn Zeit zu sinieren, wobei er schließlich auf einen Spruch gestoßen sei, der wie ein Wunder, wie eine himmlische Offenbarung auf ihn wirkte: „Mit 60 hast du überwunden, was dich als Junger Mensch geschunden.“ Er habe darin die Freiheit erkannt, nicht mehr allen Erwartungen entsprechen zu müssen, die Erfahrung, noch immer Neues entdecken zu dürfen, und das Geschenk, das Wunder des Lebens erst so richtig schätzen zu lernen. Wenn das Älterwerden auch so manche Einschränkungen mit sich bringt, so kann ein neuer Weg nach innen doch ungeahnte Einsichten schenken und diesen Lebensabschnitt zu einer spannenden Entdeckungsreise werden lassen. Seither empfinde er jeden Geburtstag als guten Grund, dem Schöpfer dafür zu danken. Dabei verriet Ludwig Pritscher aber auch, dass seither auf seinem Schreibtisch das Sterbebild seines im 2. Weltkrieg gefallenen Onkels Peter Pritscher, der nur 18-einhalb Jahre alt werden durfte,  stehe und ihm ein wertvoller Therapeut geworden sei, wenn er mit seinem Leben hadere. Das Einblenden passender Liedausschnitte nutzte er, um zu neuen Textabschnitten aus seinem Buch überzuleiten. Dabei entstand eine wohltuendes und harmonisches Gefühl der Übereinstimmung zwischen Autor und Zuhörern,  wo jeder zu eigenen Erinnerungen angeregt wurde. Der Autor klammerte hierbei auch seine persönliche Einstellung zu Glauben, Religion und Umgang mit dem Tod nicht aus. Langanhaltender Beifall der Zuhörer, mit dem sie ihre Begeisterung und Dankbarkeit für einen in jeder Hinsicht unterhaltsamen Nachmittag zum Ausdruck brachten, belohnte ihn am Schluss für seine fast einstündige Lesung. 60+-Leitirin Anne Strasser hatte mit ihren Helferinnen durch das Anbieten von Kaffee und Kuchen für das angenehme Ambiente drum herum gesorgt.

 
Mit einem Geschenk zum Genießen dankte Anne Strasser Ludwig Pritscher für die wunderbare Autorenlesung
 

Dass der neue Regionalkrimi „Wolfsfährte“ mit Spannung erwartet wurde, zeigte das große Interesse für die Autorenlesung, bei der die Sallacher Krimiautorin Karoline Eisenschenk diesen vorstellte. Eng wurde es dabei im Pfarrheim, denn Ortsbäuerin Bettina Rothmayr konnte mit dieser Veranstaltung am Dienstagabend nicht nur Interessierte  aus Sallach, sondern auch aus Geiselhöring und Umgebung anlocken. Weil sich bei diesem „Heimspiel“ eine Vorstellung ihrer Person erübrigte, stieg die Autorin gleich in die Vorgeschichte zur Entstehung ihres neuen Buches mit dem Titel „Wolfsfährte“ ein und las dann abschnittweise daraus vor. Dazwischen erzählte sie über Anforderungen und Arbeitsweisen, die der Entstehung ihrer Bücher zugrunde liegen. Da sie selbst Genussleserin ist und über rege Phantasie verfügt, stehen am Anfang ihrer Krimis immer Motiv, Täter und Opfer fest. Die spannende und misteriöse Rahmenhandlung entwickelt sich dann nach und nach, wobei aber ein geeignetes, vor allem auch  nachvollziehbares Milieu unerlässlich ist. Während einige Protagonisten in jedem ihrer Regionalkrimis vorkommen, entwickeln sich natürlich immer auch neue dazu. Simple Kommentare, unerwartete Begegnungen oder autobiographische Züge finden darin oftmals eine Widerspiegelung. Während jedes ihrer Bücher als abgeschlossener Kriminalfall zu lesen ist, sind bestimmte Personen und Orte in jedem der fünf bisher entstandenen Krimis als fester Bestandteil dabei. So ermittelt diesmal Gregor Cornelius in der Stadt Altenberg, wo ein Wolf im nahe gelegenen Forst für Unruhe sorgt und abgeschossen werden soll. Die neue Bürgermeisterin, die sich für den Artenschutz einsetzt, wird deswegen mit Hass, Hetze und Drohungen konfrontiert. Eines Morgens wird sie tot in ihrem Haus aufgefunden. Die Landshuter Mordkommission stößt auf ein Netz aus Intrigen und Geheimnissen, während Privatermittler Cornelius einen Verdacht hegt...
Neben der Lesung einzelner spannender Buchausschnitte erzählte Karoline Eisenschenk von den Handlungssträngen, die in jedem  Buch am Ende zusammengeführt werden müssen und von den Herausforderungen, die jeder Neuerscheinung in Bezug auf Präzision, Geduld und Zeit zugrunde liegen. Die Frage nach weiteren Plänen beantwortete die Autorin damit, dass es als nächstes wohl wieder ein Canterbury-Krimi werden wird, der dann unter dem Pseudonym Katlin Edwards erscheinen wird.


Mit einem guten Rotwein für entspannte Stunden dankte Ortsbäuerin Bettina Rothmayr (rechts) der beliebten Krimiautorin Karoline Eisenschenk.  


24. Oktober 2024
Ein Kleinod in malerischer Umgebung
(von Otto Strasser)

Jedem aufmerksamen Wanderer oder auch Radfahrer, der auf der Gemeindeverbindungsstraße von Greißing nach Sallach unterwegs war,  ist bestimmt schon das Kunstwerk schmiedeeiserner Handwerksarbeit aufgefallen. Josef Daffner aus Sallach hat es vor mehr als 20 Jahren am Abfluss des Huberwassers erstellt und sich seither immer gekümmert, dass es sich in einem würdigen Zustand befindet. Außerdem hat er sich immer wieder neue Verbesserungen einfallen lassen, wie er sein Werk verschönern kann. Die Ruhebank daneben lädt den müden Wanderer zu einer erholsamen Ruhepause inmitten herrlicher Natur ein.


30. April 2024
Maibaum als Zeichen der Gemeinschaft
(von Otto Strasser)

In Sallach gilt der Grundsatz: Beim Maibaumaufstellen helfen Dorfvereine und Handwerksbetriebe zusammen. Deshalb sind sie auch alle mit ihren Vereins- oder Zunftemblemen  wieder am neuen Maibaum vertreten.  In diesem Jahr wurde die 28 Meter lange Fichte von Klaus Koch gespendet .  Beim Fällen gelang es den alt gedienten Spezialisten dieses Mal sogar, dass der Gipfel beim Niederfallen nicht abbrach oder beschädigt wurde. So ersparte man sich eine Menge Arbeit. Im Hof des Schlossbauern wurde er dann sorgfältig entrindet und  und mit der eisernen Krone und den Zunft- und Vereinsemblemen versehen.  Der mit grünen Kränzen und t seinem besonders herrlichen Gipfelschmuck ausgestattete Baum wurde am Dienstagabend, dem Vortag des 1.Mai, vom Schlosshof aus  mit zünftiger Marschmusik der „Grenzjaga“ von zahlreichen Helfern aus der Dorfjugend zum Standplatz beim Gasthaus Hagn geschoben. Dort waren schon die langen Scheren und Korngabeln bereit gelegt, mit denen der schöne Baum aufgerichtet werden musste. Laute Kommandorufe von Johannes Eichinger, umsichtig unterstützt vom früheren 2. Kommandanten Georg Altmann und dem  Vorsitzenden der FFW Sallach  Otto Hien jun. sowie dem jetzigen 1. Kommandanten Martin Quegwer, der sich hauptsächlich um die Sicherheit der Zuschauer kümmerte, organisierten das Anschieben  der vielen Helfer an den Scheren. Als der Baum kerzengerade stand und fest in seinem Fundament verschraubt war, erklang die Bayernhymne der Blaskapelle.  Jetzt  kam natürlich die Stunde der Dorfjugend, denn Knackwürste und Brezen warteten in luftiger Höhe auf wagemutige Kraxler, die dieses Jahr zum ersten Mal mit dem Klettergurt gesichert wurden. Leider aber hingen sie für manche wirklich zu hoch und so mancher Bub oder auch Mädchen musste klein beigeben und rutschte wieder in die sich ihm entgegenstreckenden Arme eines Helfers. Nach dem Aufstellen traf man sich im Gasthaus Hagn zur zünftigen Maifeier, wobei der 1. Vorsitzende der FFW, Christian Strasser, den Cheforganisatoren  Georg Altmann und Johannes Eichinger mit ihren  vielen Helfern und dem großzügigen  Spender des Baumes , Klaus Koch,  herzlich dankte. Nun waren die Granzjaga an der Reihe mit zünftiger Blasmusik die Maifeier zu umrahmen.


22. Februar 2024
Neuer Jagdvorsteher
(von Otto Strasser)

Am Donnerstagabend fand die diesjährige Jagdversammlung mit turnusmäßiger Neuwahl der Vorstandschaft im Gasthaus Hagn statt.  Nach 32-jähriger Amtszeit gab der bisherige Jagdvorsteher Georg Rothmayr sein Amt an seinen Schwiegersohn Marco Rothmayr ab.  Diese Entscheidung wurde in harmonischer Geschlossenheit von allen 23 anwesenden Jagdgenossen mit einer Hektarzahl von 483 schriftlich und in geheimer Wahl abgesegnet.   Zu seinem Stellvertreter wurde  Xaver Wallner einstimmig wiedergewählt.  Das Amt des Kassenführers bleibt in den Händen von Karl Wild jun.  Hildegard Knott wurde neu zur Schriftführerin gewählt. Karl Wild und Georg Altmann wurden als Beisitzer ebenfalls einstimmig gewählt. 
Nach der Begrüßung der erschienenen Jagdgenossen  durch Jagdvorsteher Georg Rothmayr gaben 3. Bürgermeister Hans Bauer stellvertretend für die Jagdpächter des Revier I und Hans Kerscher für das Revier II jeweils einen knappen Abriss über das zurückliegende Jagdjahr.  Pflichtgemäß wurde der vorgeschriebene Rehabschuss in beiden Revieren erfüllt. Bei den Wildschweinen war nach ihren Worten eindeutig festzustellen, dass diese ehe in Richtung Greißing unterwegs sind. Insgesamt konnten acht Schwarzkittel erlegt werden. Die Witterungsverhältnisse im Dezember mit überraschend viel Schnee und nachfolgender Nässe verhinderte die Abhaltung einer größeren Treibjagd. Auch im Revier II wurde der Rehabschuss erfüllt, wobei sich aber die 10 erlegten Füchse hoffentlich  positiv für das Niederwild  auswirken werden. Leider konnte hier nur ein Wildschwein erlegt werden. In beiden Revieren wurden über den Landschaftspflegeverband Wildäcker mit geeigneter Samenmischung für die Rebhühner und zusätzlich Durchlauffallen für Marder aufgestellt. 
In seinem Tätigkeitsbericht ging Jagdvorsteher Georg Rothmayr zuerst auf den Zustand der Feldwege ein. Um gut befahrbare Feldweg zu haben, wurden 2023 317 t Schotter ausgebracht. Hier galt sein Dank der Stadt Geiselhöring für den gewährten Zuschuss. Seiner Meinung nach werden in diesem Jahr wegen der  nassen Witterung und der verstärkten Holzabfuhr  die Waldwege  viel stärker in Anspruch genommen. Sie können aber erst ausgebessert werden, wenn es trockener wird. Die beiden Holzspalter werden durchwegs in ihrer Funktionsweise gelobt. Leider wurde vor kurzem der Liegendspalter bei der Brandkatastrophe stark beschädigt, wobei der genaue Schaden aber erst durch einen Gutachter  ermittelt werden müsse. Ein weiterer Dank galt der Stadt für das Schneiden der Hecken entlang der Feldwege. Am Mulchgerät mussten die Messer und der Zapfwellenschutz erneuert werden. Hier galt sein Dank Xaver Wallner und Sebastian Rothmayr, bei denen die Gemeinschaftsgeräte untergestellt sind .
Nun folgte der Kassenbericht von Kassier Karl Wild, dem eine von den Kassenprüfern Georg Altmann und Josef Kutzi eine fehlerfreie Kassenführung bescheinigt wurde. So konnte die Vorstandschaft von den anwesenden Jagdgenossen einstimmig entlastet werden.
3. Bürgermeister Hans Bauer und Stefan Strasser oblag nun die Aufgabe, die Neuwahlen durchzuführen. Nachdem sich Georg Rothmayr nach 32-hähriger Amtszeit nicht mehr als Jagdvorsteher zur Verfügung stellte, wurde der bisherige Schriftführer Marco Rothmayr als neuer Jagdvorsteher vorgeschlagen und in schriftlicher Wahl einstimmig mit 384 ha gewählt. 3. Bürgermeister Hans Bauer  nutzte die Gelegenheit Georg Rothmayr für seine Arbeit in den zurückliegenden 32 Jahren  als Jagdvorsteher mit herzlichen Worten zu danken.  Xaver Wallner wurde ebenso einstimmig zum stellvertretenden Jagdvorsteher wiedergewählt. Das Amt des Kassiers bleibt in den Händen von Karl Wild jun. Auch er erhielt das einstimmige Votum der Jagdgenossen. Gleiches ist über die Wahl der Schriftführerin zu berichten. Hildegard Knott erhielt dafür alle Stimmen. Für das Amt der Beisitzer wurden Georg Altmann und Karl Wild vorgeschlagen und ebenfalls einstimmig gewählt. Josef Kutzi und Hans Kerscher wurden per Akklamation zu Kassenprüfern bestimmt.
Im Namen der Vorstandschaft würdigte Xaver Wallner  jun. die verantwortungsbewusste Arbeit von Georg Rothmayr während seiner 32-jährigen Amtszeit.  1992 wurde er Nachfolger von Ludwig Pritscher , wobei er die ersten beiden Jahre sogar noch die Aufgaben des Kassiers und des Schriftführers  mitmachte, obwohl in den ersten Jahren die Jagdverpachtungen alles andere als leicht zu handeln waren. Während seiner Amtszeit wurden eine Reihe von Gemeinschaftsmaschinen angeschafft, so dass die Jagdgenbossenschaft Sallach diesbezüglich hervorragend ausgestattet ist.  Ebenso lag ihm von Anfang an der Zustand der Feldwege am Herzen, wobei er oftmals dafür auch seine eigenen Fahrzeuge einsetzte. Für diese von allen anerkannte Leistung überreichte er Georg Rothmayr einen Geschenkkorb. Sichtlich gerührt bedankte sich der Geehrte und erzählte über so manche Begebenheit aus seiner Amtszeit, wobei er sich vor allem  bei der Vorstandschaft für die langjährige gute Zusammenarbeit bedankte.
Als erste Handlung in seinem neuen Amt ließ Marco Rothmayr über die Verwendung des Jagdpachtschillings schriftlich abstimmen. Alle 23 Jagdgenossen stimmten zu, dass das Geld in der Jagdkasse verbleiben solle.  Im Punkt Wünsche und Anträge ging es vor allem um die Ausbesserung der enormen Schäden an den Feldwegen im Zuge der Kabelverlegung für eine Photovoltaikanlage. 3. Bürgermeister Hans Bauer versprach, dass die Ausbesserung von der Stadt kontrolliert werde. Eine weitere Wortmeldung bezog sich auf den schlechten Zustand der Betonstraße in Richtung Haader. Der neue Jagdvorsteher informierte dazu, dass bereits ein Antrag an die Stadt gestellt wurde.  Schließlich waren alle von den Jägern des Reviers I zu einem gemeinsamen Essen eingeladen.


v. l.:  Xaver Wallner jun., Hildegard Knott, Karl Wild, Georg Rothmayr, Georg Altmann, Marco Rothmayr


25. März 2023
Gefühl bekommen für die Umwelt
(von Otto Strasser)

44 Mitglieder der Sallacher Vereine -  die Fischerfreunde, eine große Kindergruppe vom OGV,  der SV und die BGZ - haben sich am 25.3.23 an der Aufräumaktion “Sauber macht lustig” beteiligt. Aufgeräumt wurde entlang des Dorfbaches, entlang des Labertalradweges und der Umgehungsstraße , am Parkplatz der Staatsstraße und am Bahnhofsgeände. Pünktlich um 8:45 Uhr versammelten sich alle Teilnehmer am Kirchplatz. Hier erfolgte vor Beginn der Aktion unter Federführung von Stadtrat und Umweltreferent Franz Winter die Einweisung  in die Sicherheitsvorschriften. Dann zogen die einzelnen Gruppen los, um ihre zugeteilten Gebiete zu durchkämmen und vom Unrat zu befreien. Um 11 Uhr traf man sich wieder am Kirchplatz und alle staunten, was da alles angeschleppt wurde: eine Menge  Plastik, Papier, Kartons, Flaschen, Dosen und eine Flasche Grillanzünder . Insgesamt wurden zehn Säcke voll Müll gesammelt. Vor allem am Parkplatz an der Staatsstraße konnte man sehen, wie gedankenlos manche Menschen die Natur als Müllhalde missbrauchen. Franz Winter zeigte sich erfreut, dass sich so viele Kinder mit ihren Eltern an der Sammelaktion beteiligten. So wird diesen schon früh bewusst, wie die Umwelt verschmutzt wird. Vielleicht hilft es sogar, dass sie selber nichts mehr wegwerfen oder andere darauf hinweisen.

  
Am Dorfbach

Am Bahnhof


13. Juni 2022
Generationswechsel in BBV-Führung
(von Otto Strasser)

Zu einer gemeinsamen Versammlung mit Neuwahlen der BBV-Ortsverbände Sallach und Geiselhöring/Greißing, konnte Ortsobmann Georg Rothmayr am Montagabend BBV-Mitglieder mit Angehörigen der beiden Ortsverbände im Gasthaus Hagn begrüßen. Sein besonderer Gruß galt dem als Referent und Wahlleiter gekommenen stellvertretenden Kreisvorsitzenden Franz Lehner. Einen gerafften Rückblick auf die 25 Jahre ihrer Amtszeit gab zu Beginn die nun scheidende Ortsbäuerin Veronika Rothmayr. Als sie damals ihr Amt von ihrer Vorgängerin Hildegard Wild übernommen hatte, waren noch Bastelabende, Ausflüge, Betriebsbesichtigungen und Vorträge sehr gefragt, wovon sie eine ganze Reihe aufzählen konnte. Daneben blickte sie auf die von den Landfrauen unter ihrer Führung zubereiteten und sehr gut gelungenen Salat- und Kuchenbüfetts für große Sportvereinsfeiern und für die Sallacher 1000-Jahrfeier im Jahr 2010 zurück und erwähnte, das man sich auch immer auf dem Landfrauenstand in der Ostbayernschau mit eingebracht habe. Da sich Interessen und Bedürfnisse im Wandel der Zeit sehr geändert haben, bestimmten in den fünf Jahren seit der letzten Neuwahl die sehr gefragten „Trittsicher-Kurse“ und die Wassergymnastik-Nachmittage mit der Physiotherapeutin Sabine Thanner den Hauptteil der Jahresprogramme. Aber auch Radtouren mit Einkehr, ein Besuch des Salzsalariums, eine Gartenbesichtigung und verschiedene Gesundheitsvorträge gehörten dazu. Zum festen Bestandteil jedes Jahresprogramms gehörte das seit Jahrzehnten von den Landfrauen organisierte Kräuterbüschelbinden zu Mariä Himmelfahrt. Die von den zahlreich mithelfenden Frauen gebundenen Büscherl wurden immer gut angenommen und erbrachten jährlich einen guten Erlös, der jeweils von ihr aufgerundet und für wohltätige Zwecke gespendet wurde. Abschließend dankte die scheidende Ortsbäuerin für die vielseitige gute Unterstützung. Ihr besonderer Dank, den sie mit der Überreichung eines Geschenkkuverts hervorhob, galt ihrer Stellvertreterin Cilli Artmann. „Du hast dieses Amt vor 20 Jahren von Rosemarie Wallner übernommen und auf deine tatkräftige Unterstützung konnte ich immer zählen“ lobte Vroni Rothmayr. BBV-Obmann Georg Rothmayr verzichtete auf einen eigenen Rückblick, da der Ortsverband seine Jahresarbeit immer in Verbindung mit der Jagdgenossenschaft leistet. Auch er stellte sein Amt für die Neuwahl zur Verfügung.
Im daran anschließenden Vortrag ging Franz Lehner auf die vordringlichsten Brennpunkte der Landwirtschaft ein. Seit Ausbruch des unseligen Krieges in der Ukraine und der Angst vor Hungersnöten stehe die Frage: „Können wir uns selbst ernähren?“ vielfach im Raum, so der Referent, der dazu die Gegebenheiten anhand von statistischen Bildern veranschaulichte. Die Bezeichnung der Ukraine als die Kornkammer Europas erklärte Lehner damit, dass die Ukraine rund halb so viele Einwohner wie Deutschland, jedoch eine fast dreimal so große landwirtschaftliche Nutzfläche hat. Rußland bombardiere seit Beginn seines Angriffskrieges nicht nur Städte und Dörfer und töte unzählige Menschen, sondern setze als Waffe auch den Kampf um die Ernährung ein. Die besten Böden der Ukraine seien nämlich im sehr stark umkämpften Osten und Südosten des Landes. Durch die Verhinderung von Getreide- und Sonnenblumenlieferung in den Welthandel, drohe jetzt Hungersnot in Afrika, Ägypten und der Türkei. Humanitäre Hilfe sei da unerlässlich, um neue zusätzliche Flüchtlingsströme zu verhindern. Um Versorgungssicherheit zu erreichen, seien Kurskorrekturen auch in unserer  Landwirtschaftspolitik erforderlich, forderte der Agrarfachmann. Der BBV kämpfe dafür, dass die  Ernährungssicherung genauso wie der Klimaschutz als Staatsziel ins Grundgesetz aufgenommen werde. Genauso wehre er sich gegen eine vierprozentige Zwangsflächenstilllegung, die Lehner als eine staatlich verordnete Unkrautvermehrung bezeichnete. In der Ermöglichung des Anbaus von Eiweißpflanzen und Ölsaaten sehe er die Sicherung der Eiweißfutterversorgung und eine bedarfsorientierte, praxisnahe Düngeverordnung helfe Landwirten und verbessere die Akzeptanz bei den Verbrauchern. Die Landwirtschaft brauche auch neue, langfristige Rahmenbedingungen für Biogas, Biokraftstoffe und Holz, um unabhängiger von Energieimporten zu werden, so der Referent.


v.li.: Marco und Bettina Rothmayr, Georg Altmann, Cilli Artmann, Franz Lehner, Vroni und Georg Rothmayr


17. April 2022
Reinigung Brandkreuz
(von Otto Strasser)

Im Jahr 2000 wurde auf Initiative des heutigen Ehrenvorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins, Theo Speiseder, das 1965 bei einem Verkehrsunfall zerstörte Brandkreuz am östlichen Dorfeingang von Sallach neu errichtet. Es erinnert an den durch Funkenflug der Eisenbahn verursachten Großbrand, bei dem 1874 das ganze obere Dorf fast vollständig abbrannte, während das untere Dorf verschont geblieben war. Die Blumenanlage vor dem Kreuz, das Granitkreuz und der Platz drum herum wird seit vielen Jahren von Helene und Otto Strasser unentgeltlich gepflegt und sauber gehalten. Trotzdem blieb es nicht aus, dass das Brandkreuz im Laufe der Jahre durch Moosanhaftung und Schmutzablagerungen immer unansehnlicher geworden ist. Deshalb wandte sich das daneben wohnende Ehepaar Strasser im Anliegen um eine Verbesserung dieses Zustandes an OGV-Vorsitzende Waltraud Korber. In der letzten Ausschusssitzung des OGV, bei der auch die Reinigung des Gedenksteins zur 1000-Jahrfeier am Kirchplatz mit dem Steinmetz Alfred Kainz aus Mallersdorf-Pfaffenberg besprochen wurde, erklärten sich die Ausschussmitglieder Alois Janker (Mitte) und Hans Piendl (rechts) bereit, in einem gemeinsamen Arbeitseinsatz, das Brandkreuz einer gründlichen Reinigung mit einem leistungsstarken Hochdruckreiniger zu unterziehen. Am vergangenen Dienstag starteten diese gemeinsam mit Otto Strasser (links) die Reinigungsaktion, bei der sowohl die gesamte Oberfläche der Kreuzsäule wie auch der Sockel und das umgebende Granitpflaster vom Moos, Schmutzanhaftungen und Überwucherungen gereinigt wurde.  Alle drei freuten sich am Ende ihres Arbeitseinsatzes darüber, dass das der Stein jetzt wieder wie neu errichtet da steht, da er sich viel heller und freundlicher zeigt. Damit er möglichst lange so bleibt, soll er zusätzlich durch ein Pflegemittel fachmännisch versiegelt werden.


30. April 2022
Endlich wieder ein neuer Maibaum
(von Otto Strasser)

Vor vier Jahren wurde der letzte Maibaum an seinem angestammten Platz im oberen Dorf vor der Gastwirtschaft Hagn aufgestellt. Endlich war es wieder so weit, dass unter der Federführung der Feuerwehr dieser alte Brauch in die Tat umgesetzt werden konnte.  Als sichtbarer Beweis funktionierender Dorfgemeinschaft erwies sich wiederum, dass das Aufstellen des schön geschmückten Maibaums am Vorabend des 1. Mai schon immer ein großes gesellschaftliches Ereignis im Dorfleben war. Pünktlich um 17.30 Uhr wurde der 30 m lange Baum vom Hof des Schlossbauern Weinzierl, mit zünftiger Marschmusik der „Hirschlinger Musikanten“ von  zahlreichen Helfern aus allen örtlichen Vereinen zum Aufstellungsplatz beim Gasthaus Hagn geschoben. Er war dieses Jahr vom Hofbesitzer vom Weingarten, Andreas Artmann, gespendet worden. Unter der Regie des ehemaligen 2. Kommandanten der FFW, Georg Altmann, war er vor wenigen Tagen mit einigen Helfern aus dem Wald geholt, dann entrindet und mit Girlanden und einer prächtigen Krone geschmückt worden. Um vor unliebsamen Überraschungen gefeit zu sein, wurde er natürlich von wachsamen Wächtern  in den letzten Nächten sorgsam bewacht. Angeleitet von lauten Kommandorufen von Johannes Eichinger,  seines Zeichens zweiter Kommandant der FFW, hatten es die vielen Helfer aus allen örtlichen Vereinen  innerhalb einer Stunde geschafft, den stattlichen Baum mit den Scheren in die Senkrechte zu bringen. Vor vielen Zuschauern und immer wieder untermalt von passenden Melodien der Blaskapelle mit Kapellmeister Alfons Weinzierl jun. ging das Aufstellen reibungslos vonstatten, wobei die Auswirkungen der Kommandorufe stets einer genauen Prüfung durch den Chef Georg Altmann unterzogen wurden. Schließlich war der Baum kerzengerade ausgerichtet und sicher verankert. Jetzt kam endlich die Stunde der Dorfjugend, denn Knackwürste und Brezen warteten in luftiger Höhe auf wagemutige Kraxler. Leider aber hingen sie für manche wirklich zu hoch und so mancher Bub oder auch Mädchen musste aufgeben. Einzig die Schwestern Eva und Lena Winter, vor allem aber Pauline Knott schafften es, die Knackwürste und Brezen vom Baum zu holen.  Neben den Girlanden und Kränzen unter der herrlichen Krone zieren die Wappentaferl der örtlichen Vereine und die Zunftzeichen mancher Betriebe den Baum. Nach dem Aufstellen traf man sich im Gasthaus Hagn zur zünftigen Maifeier, die von den Hirschlinger Musikanten mit ihrem Kapellmeister Alfons Weinzierl jun. in gewohnter Manier musikalisch umrahmt wurde. Feuerwehr-Vorsitzender Christian Strasser dankte in einer kurzen Ansprach dem Hauptakteur der Maibaumaktion, Georg Altmann,  für seinen vorbildlichen Einsatz zur Erhaltung dieses bayerischen Brauchtums, genau so aber auch den zahlreichen Helfern aus allen örtlichen Vereinen für ihre tatkräftige Mithilfe.

  
 


September 2020
Zeugnis niederbayerischer Kleinbauernhäuser  verschwunden.
(von Helene Strasser)

Eines der drei Zeugnisse  kleinbäuerlichen Baukultur ist aus dem Dorfbild von Sallach verschwunden: Das ehemalige Rohrmeier Haus,  trotzte zwar dem vernichtenden Großbrand am 11. und 12. April 1874, hatte aber gegen die massive Urgewalt des Baggers am vergangenen Samstag keine Chance. Damit ist ein über 200 Jahre altes Zeitzeugnis aus dem Ortsbild von Sallach verschwunden. Aus der Reindl-Chronik ist zu erfahren, dass das 1/8 Gütl - im Erbrecht zur Probstei gehörend - bereits 1786 von dem aus Eitting stammenden Andreas Berger erbaut wurde. Von ihm wurde es 1834 dann verkauft an Jakob Lermer aus Riekofen, dessen Sohn es 35 Jahre später wiederum an Georg Labermeier verkaufte. 1884 ging es in den Besitz von Jakob Rohrmeier aus Sallach über, der nicht nur die kleine Landwirtschaft mit 13 Tagwerk bewirtschaftete, sondern auch mit der Milch von vier Kühen, dem Fleisch von drei Schafen, vier Schweinen und allerlei Geflügel  und dem Honig von mehreren Bienenvölkern seine Familie ernährte. Er vererbte das Anwesen 1919 seinem Sohn Ludwig Rohrmeier, der schwerverwundet aus dem ersten Weltkrieg zurückgekehrt war, den Beruf des Schuhmachers erlernte und dann als Schuhmachermeister ein Zubrot verdiente. Von ihm dürfte auch die prächtig gewachsene Linde in der Gartenmitte gepflanzt worden sein. Das von ihm benutzte Werkzeug war in einer kleinen Kammer lange Jahre erhalten worden. Seine Handwerkskunst wurde von den Dorfbewohnern gerne in Anspruch genommen. Die Außenwände des Hauses waren vollkommen aus Holzbalken errichtet, die mit Schilfmatten und Kalkmörtel verputzt waren. Wahrscheinlich war der langgestreckte Dachstuhl, der sich über Wohnhaus, Stall und Scheune erstreckte ursprünglich mit Stroh gedeckt. Später bekam er Dachziegel, die aus der ehemaligen Ziegelei in Greißing stammten, wie es der Stempeleindruck mit der Jahreszahl 1909 beweist. Typisch für jedes niederbayerische Kleinbauerhaus waren die auffallend kleinen Fensteröffnungen, die niedere Zimmerhöhe in beiden Stockwerken, der lange, hölzerne Balkon auf der Hofseite und die grünen Holzläden an allen Fenstern. Als 1987 Maria Rohrmeier als letzte Bewohnerin verstarb, ging es in den Besitz der Eheleute Josef und Franziska Schuller, später an deren Sohn Erwin über. Es wurde aber seither nicht mehr bewohnt. So dämmerte das ehemalige Bauernhaus als echtes Beispiel niederbayerischer, kleinbäuerlicher Bauernhäuser mehr als drei Jahrzehnte dahin. Dank seiner soliden Holzbalkenbauweise trotzte es in diesen drei Jahrzehnten so manchen Stürmen, ehe der letzte Gewittersturm im vergangenen Juli das Dachgeschoss so schwer beschädigte, dass es zu einer Gefahr wurde. Damit war sein Schicksal besiegelt und der Abbruchbagger verrichtete sein Werk. Das Dorf Sallach aber verlor eines der ältesten Baudenkmäler aus seiner bäuerlichen Vergangenheit.


 





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