Sallach, im Tal der Kleinen Laber

 

Deutsche und Bayerische
Flaggen

 
 

     

Der Legende nach stammen die alten deutschen Farben Schwarz-Rot-Gold aus der Zeit Kaiser Barbarossas. Als dieser im Jahr 1152 in Frankfurt am Main zum deutschen Kaiser gekrönt wurde, legte man auf Anordnung der Hohenstaufen den Weg vom Dom zum Römer, dem ehemaligen Kaiserhof und heutigem Rathaus, mit einem Teppich aus schwarz-rot-goldenem Tuch aus. Nach der Krönung schnitt man das dreifarbige Tuch in kleine Stücke und verteilte diese, sozusagen als Souvenir, an das Volk. Die improvisierten Fähnchen wurden an Stangen gebunden und so zog die Menge durch die Stadt um den neuen Kaiser stürmisch Hoch leben zu lassen. Im Jahre 1184 wurden auf dem Reichstag zu Mainz diese drei Farben als die echten deutschen anerkannt und erhielten sich, bis 1806 Napoleon I. dem alten deutschen Kaiserreich ein Ende machte.
Die Farben haben ihren neueren Ursprung vermutlich in den Uniformen des Lützower Freikorps. Dieses Freiwilligenkorps kämpfte unter dem preußischen Major Adolf von Lützow 1813 gegen die napoleonische Fremdherrschaft in Deutschland. Die Uniformen bestanden aus schwarz gefärbten Zivilröcken, roten Aufschlägen und goldenen Knöpfen. Am 17. Juni 1813 geriet die Truppe der "Schwarzen Jäger" bei Kitzen (nahe Leipzig) in einen Hinterhalt der Franzosen und wurde fast völlig aufgerieben. Am 12. Juni 1815 gründeten sieben Studenten, die im Lützower Freikorps gedient hatten, zusammen mit anderen national gesinnten Studenten die Burschenschaft zu
Jena ("Ehre, Freiheit, Vaterland"). Diese sieben Studenten wählten die Farben Schwarz, Rot und Gold zu den Farben der Burschenschaft. In der Verfassungsurkunde heißt es dazu: "Eingedenk, dass bei Wartburgfest 1817 den jugendlichen Freuden auch stets der Ernst des Lebens zu bedenken sei, bestimmen sie Rot und Schwarz zu den Farben ihres Paniers". Anlässlich des vierten Jahrestages der Völkerschlacht bei Leipzig, dem 18. Oktober 1817, zogen etwa 500 Studenten der Burschenschaft und einige Professoren aus vielen deutschen Staaten unter der Losung "Nur im Ganzen ist Heil", mit der rot-schwarz-roten Fahne (golden waren lediglich die Fransen) auf die Wartburg bei Eisenach (Wartburgfest), um für Freiheit und ein einheitliches Reich zu demonstrieren. Vom 27.05 bis zum 30.05.1832 demonstrieren 30.000 Teilnehmer auf dem Hambacher Fest für nationale und demokratische Ziele und führten erstmals eine schwarz-rot-goldene Fahne mit sich. Die Inschrift im mittleren roten Teil "Deutschlands Wiedergeburt" machte das Ziel der Beteiligten deutlich, die Errichtung eines deutschen Nationalstaates. Am 18. Mai 1848 zogen die Abgeordneten der ersten Deutschen Nationalversammlung, die erste deutsche Volksvertretung überhaupt, in die Frankfurter Paulskirche ein. Am 13. November 1848 wurde Schwarz-Rot-Gold im Reichsgesetzblatt als deutsche Flagge verkündet. Auch dienten die Farben als Flagge der Deutschen Bundesmarine 1848 - 1852. Während des Deutschen Krieges 1866 kämpften einige deutsche Bundes-Korps unter der schwarz-rot-goldenen Fahne gegen Preußen. Schwarz und Gold waren auch die Farben des alten Reiches, diese alten Reichsfarben galten in Österreich-Ungarn bis 1918. Schwarz-Rot-Gold steht heute als Sinnbild für die deutsche Demokratie, jedoch auch der Bund der Deutschen in der Donaumonarchie Österreich-Ungarn pflegte Schwarz-Rot-Gold als seine Farben. Im Deutschen Reich waren sie bis 1918 die Landesfarben der Fürstentümer Waldeck, Reuß Jüngere Linie und Reuß ältere Linie. 1919 (bis 1933) wurde Schwarz-Rot-Gold wieder zur Nationalflagge Deutschlands. Die neue sozialdemokratische Regierung wählte ganz bewusst die alten Farben Schwarz-Rot-Gold für die erste deutsche Republik, um auch symbolhaft mit dem alten System zu brechen. Gleichzeitig sollte es dem beitrittwilligen "Deutsch-Österreich" leicht gemacht werden, sich unter dieser Fahne mit dem Deutschen Reich zu vereinigen. Seit 1949 ist Schwarz-Rot-Gold die Nationalflagge Deutschlands.
Artikel 22 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland bestimmt die Bundesflagge: "Die Bundesflagge ist schwarz-rot-gold.

  

Heutzutage wird Bismarck immer wieder gerne unterstellt, seine antidemokratische Gesinnung sei die Ursache für die Ablehnung von Schwarz-Rot-Gold. Der eigentliche Grund ist aber im Deutschen Krieg von 1866 zu finden, denn hier kämpften die Korps des Deutschen Bundes unter Führung Österreichs unter diesen alten deutschen Farben. Verständlich also, wenn Bismarck nicht die Kriegsflagge der Gegner Preußens zur neuen Flagge des Norddeutschen Bundes machen wollte und sich für Schwarz-Weiß-Rot entschied. Diese neue Flagge entstand 1867 aus den Farben Preußens (schwarz-weiß) und denen der norddeutschen Städte und Länder, sowie aus Tradition zur alten Flagge der Hansestädte (weiß-rot) als Flagge des Norddeutschen Bundes. Schon im Deutsch-Französischen Krieg kämpften die Soldaten des Norddeutschen Bundes unter dieser neuen Fahne und hissten sie u.a. am 19. Januar 1871 auf dem eroberten Fort Vanves vor Paris. Nach der Ausrufung des Deutschen Reichs wurde sie Reichsflagge und blieb es bis 1919.
Die tragische Niederlage im Ersten Weltkrieg 1918 bedeutete für das kaiserliche Deutschland den Untergang. In der darauf folgenden Weimarer Republik entbrannte ein heftig geführter Flaggenstreit, der mit dem Kompromiss Nationalflagge Schwarz-Rot-Gold und Handelsflagge Schwarz-Weiß-Rot endete. Mit Beginn des III. Reiches 1933 wurde dieser Kompromiss von der Regierungskoalition NSDAP/DNVP revidiert: Nationalfahne wurden nun gleichberechtigt die nationalsozialistische Hakenkreuzfahne und das klassische Schwarz-Weiß-Rot (ganz im Geiste des Tages von Potsdam, also Versöhnung von Preußentum und Nationalsozialismus). 1935 nahm Hitler einen Zwischenfall im Ausland zum Anlass, die Hakenkreuzfahne nunmehr zur alleinigen Nationalfahne zu bestimmen.


  

Hakenkreuz und Hakenkreuzfahne wurden auf der Salzburger Tagung vom 7.8.1920 offiziell zu Symbol und Banner der NSDAP erhoben. Mit dem Reichsflaggengesetz vom 15.9.1935 wurde die Hakenkreuzfahne alleinige Nationalflagge.
Hitlers Begründung für die Verwendung des Hakenkreuzes:
"Im Rot sehen wir den sozialen Gedanken der Bewegung, im Weiß den nationalistischen, im Hakenkreuz die Mission des Kampfes für den Sieg des arischen Menschen."
Ein Kreuz, dessen vier gleichlange Balken rechtwinklig oder bogenförmig gestaltet sind. In Sanskrit heißt es "Swastika", was soviel bedeutet wie "das, was gut ist". Das Hakenkreuz kommt in Europa, in Asien, vereinzelt in Polynesien und sehr selten in Afrika und Mittelamerika vor. Das Zeichen wird als glücksbringendes und stilisiertes Sonnensymbol gedeutet. In der germanischen Volkskunst wurde es vielerorts verwendet, oftmals als Symbol für Thors Hammer oder das Runen-Zeichen Wolfsangel. In der Romantik wird es wiederentdeckt und von der Turnerbewegung der Jahrhundertwende zum Zeichen ihres "Bekenntnisses zum deutschen Volkstum" benutzt. Wandervogel und Freikorps schmückten sich mit dem Hakenkreuz und gaben ihm den völkisch-antisemitischen Charakter.
Das Hakenkreuz wurde zusammen mit anderen NS-Symbolen nach 1945 von den Alliierten verboten, deren Verwendung später auch von der Bundesrepublik als verfassungsfeindlich unter Strafe gestellt (§ 86a, 86/I/4 StGB). Das Verbot umfasst alle Variationen, auch Vexierbilder. Neonazistische Gruppen verwenden es jedoch weiterhin illegal oder verwenden erheblich abgeänderte Variationen. Nicht strafbar sind solche Symbole, aus denen der unbefangene Beobachter eine Ablehnung der NS-Ideologie erkennen kann, z.B. ein zersplittertes Hakenkreuz, ein Hakenkreuz in den Abfallkorb, oder ein Hakenkreuz, auf das ein Mensch gebunden ist (nach einem politischen Plakat der SPD von 1933). Das Hakenkreuz ist weltweit zum Symbol für Antisemitismus und Neofaschismus geworden.


  

Die Landesfarben von Bayern entsprechen den Farben des ehemaligen bayerischen Herrschergeschlechts der Wittelsbacher. Die Rauten stammen aus der Heraldik der Grafen von Bogen. Im Jahr 1204 heiratete Ludmilla, die Gräfin von Bogen, Herzog Ludwig. Der stammte aus dem Adelsgeschlecht der Wittelsbacher. Ludmilla brachte ihr Wappen mit in die Ehe. Da die Familie Ludwigs schon bald die Herrschaft über ganz Bayern übernahm, kamen die Rauten auch in das bayerische Wappen.



Das Wappen des Königreichs Bayern wurde von Ludwig I., König von Bayern im Jahre 1835 eingeführt. Es ist viergeteilt mit einem Herzschild in der Mitte. Das erste Feld zeigt einen goldenen Löwen auf Schwarz, und steht für die Pfalz. Das zweite Feld ist Weiß und Rot im Zickzackschnitt geteilt, und steht für Franken. Das dritte Feld zeigt zwei rot-weiße Pfähle, dazwischen ein goldenes Feld, und steht für die Oberpfalz (Markgrafschaft Burgau). Das vierte Feld zeigt einen blauen Löwen auf weißem Grund. Dies ist der Spannheimer Löwe, der 1248 vom bayrischen Herrscherhaus, den Wittelsbachern, geerbt wurde, also für die Wittelsbacher selbst steht. Das Herzschild in der Mitte zeigt die blau-weißen Rauten.
Es galt bis zum Ende der Monarchie.



Das Wappen des Freistaates Bayern wurde 1923 entworfen. Es besteht aus sechs heraldischen Komponenten: Der goldene Löwe, ursprünglich mit der wittelsbachischen Pfalz am Rhein verbunden, steht heute für die Oberpfalz, der „fränkische Rechen“ für die drei fränkischen Bezirke, der blaue Panther für die Altbayern und die Hohenstaufischen Löwen für Schwaben. Das weiß-blaue Herzschild deutet den Gesamtstaat Bayern an, die Volkskrone bezeichnet nach dem Wegfall der Königskrone die Volkssouveränität.
Der Freistaat Bayern besitzt zwei gleichgestellte Staatsflaggen: einmal die weiß-blau gerautete Flagge, zum anderen die Flagge mit horizontalen Streifen in den Farben Weiß und Blau. Die Rautenflagge hat immer vom Betrachter aus gesehen links oben (heraldisch rechte, obere Ecke) eine angeschnittene, weiße Raute (auch im Wappen) und mindestens 21 (angeschnittene) Rauten.


Die Geschichte Bayerns (Baierns) reicht weit zurück. Bis ins Jahr 555 n. Chr. lassen sich die Ursprünge des älteren baierischen Stammesherzogtums zurück verfolgen. Die Schreibweise des Landesnamens mit „y“ geht auf eine Anordnung von König Ludwig I., König von Bayern vom 20. Oktober 1825 zurück, mit der die ursprüngliche Schreibweise „Baiern“ abgelöst wurde. Diese Anordnung und dessen Vorschrift des "griechischen" Ypsilons steht im Zusammenhang mit der Wahl seines Sohnes Otto zum König von Griechenland. Zur Zeit Kaiser Augustus wurde das keltisch besiedelte Gebiet Altbayerns südlich der Donau Teil des Römischen Reiches.
Nach Zusammenbruch der römischen Herrschaft bildete sich aus Kelten, von Norden eingedrungenen
Germanen und verbliebenen Romanen der Stamm der Baiern.
Seit 555 n.Chr. ist die Existenz eines baierischen
Stammesherzogtums belegt, das unter den Merowingern Teil des fränkischen Herrschaftsbereichs wurde. Der Sieg Karls des Großen über den Bayernherzog Tassilo III. 788 markiert das Ende des so genannten älteren Stammesherzogtums.
Der Niedergang der
Karolinger ermöglicht ein Wiederaufleben der Eigenständigkeit der bayerischen Herzöge im so genannten jüngeren Stammesherzogtum. Der Streit mit den Ottonen führt jedoch wieder zu einer starken Abhängigkeit vom deutschen Königtum. Ab 1070 kommt es unter den Welfen zu einem Wiedererstarken der Macht der bayerischen Herzöge. Der Streit zwischen Staufern und Welfen endet schließlich 1180 nach dem Sieg des Staufers Friedrich I. Barbarossa über den Welfen Heinrich dem Löwen mit der endgültigen Abtrennung der Marcha Orientalis (Ostarrichi), aus der das spätere Österreich entstehen soll und dem Ende des jüngeren Stammesherzogtums.
Von 1180 an wird Bayern als Territorialherzogtum bis 1918 von den
Wittelsbachern regiert. Bayern erlebt eine Periode zahlreicher Teilungen in Einzelherzogtümer, die erst durch das Primogeniturgesetz von 1506 ein Ende finden.
In der
Gegenreformation nimmt Bayern eine führende Stellung ein und geht aus dem dreißigjährigen Krieg mit Gebietsgewinnen und dem Aufstieg zum Kurfürstentum 1623 hervor.
Das absolutistische Bayern wird während des
Spanischen und Österreichischen Erbfolgekrieges jeweils von Österreich vorübergehend besetzt.
Zur Zeit
Napoleons steht Bayern anfangs auf der Seite Frankreichs und kann durch Säkularisation und Mediatisierung große Gebietsgewinne verzeichnen. 1806 erfolgt die Erhebung zum Königreich. Durch den rechtzeitigen Wechsel auf die Seite der Gegner Napoleons kann Bayern auf dem Wiener Kongress 1814 als Siegermacht einen großen Teil der Gebietsgewinne behalten.
König
Ludwig I. baute München zur Kunst- und Universitätsstadt aus. Im Zuge der Märzunruhen musste er 1848 wegen einer Affäre mit der Tänzerin Lola Montez abdanken. Ludwig II. ging wegen des Baues von Neuschwanstein und anderer Schlösser als Märchenkönig in die Geschichte ein.
1866 (
Preußisch-Österreichischer Krieg) erleidet Bayern an der Seite Österreichs eine Niederlage gegen Preußen. 1871 wird Bayern Teil des neu gegründeten Deutschen Reiches, erhält aber so genannte Reservatrechte (eigenes Post-, Eisenbahn- und Heereswesen).
1918 bricht die Wittelsbacher Monarchie im Rahmen der allgemeinen
Novemberunruhen in Deutschland zusammen. Am 9. November 1918 wird Bayern als Freistaat ausgerufen. Sozialistische Gruppen können für kurze Zeit eine Räterepublik installieren. Zur Zeit der Weimarer Republik wird Bayern 1923 Schauplatz des Hitlerputsches. Zwischen 1933 und 1945 wird Bayern als Verwaltungseinheit unter den Nationalsozialisten zwar weitgehend bedeutungslos, übernimmt aber eine gewisse Vorreiterrolle bei nationalsozialistischen Maßnahmen. Im Zweiten Weltkrieg erleiden bayerische Städte wie Würzburg, München oder Nürnberg starke Zerstörungen.
Nach der Besetzung durch
amerikanische Truppen wird 1949 Bayern als Bundesland Teil der gegründeten Bundesrepublik. Es setzt ein wirtschaftlicher Aufschwung ein und eine Entwicklung vom Agrarstaat zum modernen Industriestaat.

 

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